Ganztagsschule

Gesellschaftspolitische Veränderungen erfordern ein konzeptionelles Umdenken bezüglich der Unterrichtsform. Es gibt immer mehr Familien, in denen beide Elternteile berufstätig sind bzw. sein müssen oder Alleinerziehende. Daneben hat die durch die Pisa-Studie ausgelöste Bildungsdiskussion dazu geführt, über die flächendeckende Einführung von Ganztagsschulen nachzudenken. So wurde auch an unserer Schule immer wieder von den verschiedenen am Schulleben beteiligten Gruppen (Eltern, Schülern und Lehrern) der Wunsch geäußert, über die Einrichtung einer Ganztagsklasse am MBG nachzudenken.

Im November 2003 beauftragte die Gesamtkonferenz eine Vorbereitungsgruppe aus SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen damit, ein mögliches Konzept zu erarbeiten. Das Grundkonzept wurde im April 2004 der Gesamtkonferenz vorgestellt und mit überwältigender Mehrheit angenommen. Dieses sah zunächst einmal eine Ganztagsklasse in offener Form vor, welche im Schuljahr 2005/2006 erstmalig eingerichtet wurde. Seit dem Schuljahr 2006/2007  gibt es die gebundene Form der Ganztagsklassen, in der alle Schülerinnen und Schüler von Montag bis Donnerstag bis 16.00 Uhr die Schule besuchen.

Dies bietet neue Chancen zu einer der Schulart Gymnasium eigenen Ausrichtung:

  • Alle SchülerInnen, die sich für die Ganztagsklasse entschieden haben, besuchen diese während der gesamten Orientierungsstufe. Somit kann der Stundenplan rhythmisiert werden, indem zum Beispiel die Sportstunden einen Belastungswechsel bieten.
  • Den LehrerInnen der Hauptfächer Deutsch, Mathematik und Englisch werden jeweils zwei weitere Stunden für die Lernzeiten zugewiesen, in denen auch die Aufgaben anderer Fächer erledigt werden können. Diese Lernzeiten reichen in der Regel aus, um alle schriftlichen Aufgaben in der Schule zu bearbeiten. Nicht erledigte Aufgaben müssen allerdings zu Hause beendet werden, sowie auch das Vokabellernen durch häusliche Begleitung sichergestellt werden sollte.
  • Unser Selbstlernzentrum steht den GTS-SchülerInnen in allen Lernzeiten zur Recherche im Internet oder der Arbeit am PC zur Verfügung.
  • Die SchülerInnen erhalten in einigen Unterrichtsstunden zusätzliche Unterstützung durch einen FSJler (Freiwilliges Soziales Jahr). Somit kann vor allem in den Lernzeiten in kleinen Gruppen gearbeitet und die SchülerInnen können individuell gefördert werden.

Nach den zwei Jahren der Orientierungsstufe entscheiden die SchülerInnen jährlich bis zur 9. Klasse, ob sie ein weiterführendes GTS-Angebot in Anspruch nehmen wollen. Hier wird der GTS-Unterricht meist in offener Form fortgeführt. Der Vormittags-Stundenplan ist ähnlich wie der in den Halbtagsklassen. Er wird allerdings zusätzlich rhythmisiert (z.B. Sportstunden, Doppelstunde).

Das GTS-Konzept in der Mittelstufe ist geprägt von drei Blöcken:

  • In der 7. Stunde findet das gemeinsame Mittagessen mit anschließender Freizeit statt.
  • Die 8. Stunde ist Aufgabenzeit im Silentium mit Betreuung durch Lehrkräfte und zusätzlich SchülerInnen ab der 10. Jahrgangsstufe. Somit kann auch hier in kleinen Gruppen gearbeitet werden.
  • In der neunten Stunde gibt es täglich ein Sportangebot, ein AG-Angebot sowie Förderunterricht für die Hauptfächer. Zudem ist die Stunde als erweiterte Aufgabenzeit für noch nicht erledigte Aufgaben mit Begleitung durch Lehrkräfte und zusätzlich älterer SchülerInnen nutzbar.

Zudem steht den SchülerInnen das Selbstlernzentrum in der 8. und 9. Stunde zur Verfügung.